{"id":8,"date":"2015-12-06T21:04:00","date_gmt":"2015-12-06T20:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kolping-rohrbach.de\/kf\/?page_id=8"},"modified":"2015-12-06T21:07:18","modified_gmt":"2015-12-06T20:07:18","slug":"kolpings-leben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kolping-rohrbach.de\/kf\/adolph-kolping\/kolpings-leben\/","title":{"rendered":"Kolpings Leben"},"content":{"rendered":"<p><b><a name=\"kindheit\"><\/a>Kindheit und Jugend in Kerpen &#8211; Zeitverh\u00e4ltnisse<\/b><\/p>\n<p>Am 8. Dezember 1813 wurde Adolph Kolping in Kerpen, einer Kleinstadt in der N\u00e4he K\u00f6lns, geboren. Seine Geburt, ja sein ganzes Leben, f\u00e4llt in eine Epoche tiefgreifenden Wandels, umw\u00e4lzender Ver\u00e4nderungen in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher, politischer, religi\u00f6ser und weltanschaulicher Hinsicht im Gefolge der Franz\u00f6sischen Revolution und &#8211; sp\u00e4ter dann &#8211; der industriellen Revolution. Ein Beispiel daf\u00fcr ist bereits die Tatsache, da\u00df Kolpings Geburtsurkunde in franz\u00f6sischer Sprache abgefa\u00dft ist; f\u00fcr kurze Zeit geh\u00f6rte das linksrheinische Deutschland noch zum unmittelbaren Herrschaftsbereich Napoleons, ehe es dann nach dessen Niederwerfung zum gr\u00f6\u00dften Teil an Preu\u00dfen fiel. \u00dcberhaupt erfuhr die politische Landschaft Deutschlands gerade in den Jahren bis 1815 grundlegende Ver\u00e4nderungen. Von den einst etwa f\u00fcnfhundert selbst\u00e4ndigen politischen Gebilden waren bis zum Ende der napoleonischen \u00c4ra nurmehr rund vierzig \u00fcbrig, nachdem sich die gr\u00f6\u00dferen Staaten die Masse der unabh\u00e4ngigen Standesherrschaften, Reichsst\u00e4dte und geistlichen Territorien einverleibt hatten, was als Ausgleich f\u00fcr die durch das Ausgreifen des revolution\u00e4ren Frankreich eingetretenen Gebietsverluste gerechtfertigt wurde. Diese noch verbleibenden Staaten sahen sich nun vor die keineswegs leichte Aufgabe gestellt, sehr unterschiedliche neue Landesteile &#8211; unterschiedlich auch in konfessioneller Hinsicht &#8211; zu integrieren. Die katholische Kirche Deutschlands war durch die S\u00e4kularisation nahezu ihres gesamten weltlichen Besitzes beraubt worden, stand also vor einer v\u00f6llig neuen Situation, zudem noch bedr\u00e4ngt durch staatliche Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten und durch wachsende weltanschauliche Gegnerschaft. W\u00e4hrend in langwierigen Verhandlungen mit den Staaten eine neue materielle Existenzgrundlage geschaffen werden mu\u00dfte, erlebte die Kirche trotz ihrer \u00e4u\u00dferen Schw\u00e4che einen ungeahnten inneren Aufschwung, kam es zu einer nachhaltigen Neubelebung und Intensivierung des kirchlichen Lebens.<\/p>\n<p>Wichtiger noch als territoriale Ver\u00e4nderungen war der sich vollziehende Wandel im politischen Denken und Wollen der Menschen. Die Forderung nach Freiheit und Gleichheit, und damit auch nach politischer Mitsprache, wie sie das franz\u00f6sische B\u00fcrgertum in der Revolution von 1789 auf seine Fahnen geschrieben hatte, breitete sich auch in Deutschland unaufhaltsam aus und verunsicherte die herrschenden M\u00e4chte, f\u00fcr die derartige Forderungen meist noch eine bedrohliche Gefahr darstellten. Immer weniger war es in der Folgezeit jedoch m\u00f6glich, dem B\u00fcrgertum, das die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage der Nation weitgehend pr\u00e4gte, die konkrete Mitwirkung am politischen Geschehen zu verweigern; ganz allm\u00e4hlich beginnt die Einrichtung und Ausbildung von Parlamenten und politischen Parteien, nachdr\u00fccklich vorangetrieben durch die Revolution von 1848. Ebenfalls in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Franz\u00f6sischen Revolution und ihren Auswirkungen steht die in diesen Jahren erfolgende Einleitung grundlegender, sozialer Wandlungsprozesse, die das Leben zahlreicher Menschen ver\u00e4nderten. So auf der einen Seite die Bauernbefreiung, also die allm\u00e4hliche Beseitigung der traditionellen Abh\u00e4ngigkeit der Landbev\u00f6lkerung von Grundherren, auf der anderen Seite die Einf\u00fchrung der Gewerbefreiheit, von der vor allem das Handwerk betroffen war. Mit ihr war n\u00e4mlich das endg\u00fcltige Ende des Zunftwesens gekommen, das in den vorangegangenen Jahrhunderten das Leben der st\u00e4dtischen Handwerks in umfassender Weise gepr\u00e4gt hatte. In dieser Zeit wurden auch die ersten Ans\u00e4tze der Industrialisierung sichtbar, die &#8211; von England ausgehend &#8211; in der Folgezeit die Welt so nachhaltig wie selten zuvor ver\u00e4ndern sollte, freilich begleitet von einer F\u00fclle ungeahnter Probleme und Konflikte. Sie wurden schlie\u00dflich, zusammenfassend mit dem Begriff &#8222;soziale Frage&#8220; gekennzeichnet, zu dem zentralen Thema des 19. Jahrhunderts schlechthin.<\/p>\n<p>Von all dem, auch von den geistigen Str\u00f6mungen und Auseinandersetzungen einer Epoche, in der der Liberalismus zur vorherrschenden Weltanschauung breiter b\u00fcrgerlicher Schichten wurde, war in den Jahren um 1813 in Kerpen wohl noch wenig zu sp\u00fcren. Entscheidend ist jedoch, da\u00df sich in dieser Zeit Entwicklungen und Wandlungen anbahnten bzw. vollzogen, die f\u00fcr das sp\u00e4tere Leben und Wirken Kolpings von grundlegender Bedeutung waren.<\/p>\n<p>Kolping war das vierte von f\u00fcnf Kindern eines Sch\u00e4fers und Landwirts. Die wirtschaftliche Situation seines Elternhauses kennzeichnet Kolping selbst mit dem Hinweis, das der ganze Reichtum der Familie in einer zahlreichen Kinderschar bestanden habe. Bei aller D\u00fcrftigkeit der h\u00e4uslichen Verh\u00e4ltnisse war das Familienleben jedoch gl\u00fccklich und harmonisch, von Liebe erf\u00fcllt und durch Zufriedenheit gekennzeichnet, wurzelnd in tiefer Religiosit\u00e4t. Eben diese Grunderfahrung ist f\u00fcr Kolpings gesamtes sp\u00e4teres Wirken von pr\u00e4gender Bedeutung gewesen; wenn er stets die wichtige Rolle eines gl\u00fccklichen, zufriedenen Familienlebens und die Notwendigkeit einer festen religi\u00f6sen Verwurzelung des Menschen betonte, so war dies in wesentlichem Ma\u00dfe durch die eigene Kindheitserfahrung bestimmt.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt die nicht besonders robuste k\u00f6rperliche Konstitution erlaubte Kolping den regelm\u00e4\u00dfigen Besuch der heimatlichen Schule in den Jahren 1820 bis 1826. Hier ist daran zu erinnern, da\u00df der regelm\u00e4\u00dfige Schulbesuch f\u00fcr die Kinder der Landbev\u00f6lkerung in jener Zeit keineswegs eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war, zumal da erst in diesem Zeitraum \u00fcberhaupt das ernsthafte Bem\u00fchen um die Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht einsetzte. An seinen Lehrer Jakob Wilhelm Statz erinnerte sich Kolping Zeit seines Lebens mit besonderer Dankbarkeit, bot dieser dem lernbegierigen und -f\u00e4higen Knaben doch mehr, als es f\u00fcr den Dorfschulmeister jener Zeit \u00fcblich war. In diesen Jahren wurde in Kolping der Wunsch nach h\u00f6herer Bildung geweckt, der freilich zun\u00e4chst nicht in Erf\u00fcllung gehen konnte; die Familie war nicht in der Lage, die mit dem Besuch einer h\u00f6heren Schule verbundene finanzielle Belastung zu tragen. Wohl oder \u00fcbel mu\u00dfte sich Kolping entschlie\u00dfen, einen Beruf zu erlernen. Er wurde Schuhmacher, arbeitete drei Jahre als Lehrling in seinem Heimatort und anschlie\u00dfend noch sieben Jahre als Geselle in verschiedenen Orten der n\u00e4heren Umgebung, zuletzt in K\u00f6ln. Seine beruflichen F\u00e4higkeiten entwickelten sich in dieser Zeit immerhin so, da\u00df er schlie\u00dflich in einer der f\u00fchrenden Werkst\u00e4tten K\u00f6lns Besch\u00e4ftigung gefunden hatte.<\/p>\n<p><b><a name=\"handwerk\"><\/a>Handwerker &#8211; Lebenssituation der Gesellen<\/b><\/p>\n<p>In den zehn Jahren seines Handwerkerlebens lernte Kolping die Situation des Handwerks sehr genau kennen, war er doch stets ein Mensch, der sich intensiv mit der ihn umgebenden Wirklichkeit auseinandersetzte. Weithin befand sich das Handwerk in dieser Zeit in einer schwierigen Lage. Die Einf\u00fchrung der Gewerbefreiheit und das Ende des Zunftwesens brachten es mit sich, da\u00df es in den St\u00e4dten oft eine \u00fcbergro\u00dfe Zahl von Handwerksbetrieben gab, die dann zum Teil nur eine recht k\u00fcmmerliche Existenz f\u00fchren konnten, die kaum den Meister und seine Familie zu ern\u00e4hren vermochten. Das \u00dcberangebot an Betrieben f\u00fchrte nat\u00fcrlich zu einem \u00fcberaus heftigen Konkurrenzkampf, der nach Wegfall der Zunftordnung keinerlei Regelungen mehr unterlag. F\u00fcr zahlreiche Meister bedeutete dies den Ruin und dann vielfach &#8211; wie auch f\u00fcr viele Gesellen &#8211; das Absinken in das sich allm\u00e4hlich herausbildende Industrieproletariat. Gerade durch das Aufkommen des Industriebetriebes wurde die Situation f\u00fcr manche Gewerbe noch erheblich versch\u00e4rft, da zur Konkurrenz aus den eigenen Reihen noch die weit gef\u00e4hrlichere des maschinell gefertigten und deshalb billigeren Industrieproduktes trat.<\/p>\n<p>Im ganzen kann gesagt werden, da\u00df es in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts mit der beschaulichen Ruhe und der festgef\u00fcgten Ordnung des handwerklichen Lebens vielerorts vorbei war. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich &#8211; mehr oder weniger zwangsl\u00e4ufig &#8211; auch im Handwerk allm\u00e4hlich jene spezifisch kapitalistische Wirtschaftsgesinnung ausbreitete, die das Arbeiten und Wirtschaften nunmehr oder doch in erster Linie als Mittel zum Erwerb des Lebensunterhaltes bzw. zur Erlangung von Profit versteht und entsprechend ausrichtet. Eben diese Einstellung, deren allm\u00e4hliche Durchsetzung in allen Bereichen ein wichtiges Element der Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts darstellt, trug wesentlich mit dazu bei, da\u00df Arbeits- und privater Lebensbereich mehr und mehr auseinandertraten, nachdem sie gerade beim Handwerk in der Epoche der Zunftordnung doch eng verflochten gewesen waren.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Gesellenstand brachten diese Entwicklungen einschneidende Ver\u00e4nderungen mit sich. Fr\u00fcher doch weitgehend in den Haushalt des Meisters eingegliedert, gewisserma\u00dfen zur Familie geh\u00f6rig, waren die Gesellen nun durch den Wegfall traditioneller Bindungen und Regelungen ihres Daseins zwar freier und unabh\u00e4ngiger geworden, waren zugleich jedoch au\u00dferhalb ihrer Arbeitszeit v\u00f6llig sich selbst \u00fcberlassen, auf sich selbst angewiesen, sofern sie keine Aufnahme im Haushalt des Meisters mehr fanden. Dies wurde mehr und mehr zur Regel, seit die Meister im Gesellen in erster Linie nurmehr die bezahlte Arbeitskraft sahen und jeglicher Verpflichtung entbunden waren, sich um das private Dasein dieser Arbeitskraft zu bek\u00fcmmern. Wirtshaus und Herberge wurden so unvermeidlich zum &#8222;Lebensraum&#8220; der Gesellen au\u00dferhalb ihrer Arbeitsst\u00e4tte; ein Umstand, der sich nat\u00fcrlich nicht eben f\u00f6rderlich auf die pers\u00f6nliche und soziale Entwicklung der Betroffenen auswirkte. Kolping spricht, von den eigenen Erfahrungen ausgehend, von einer Verwilderung des Gesellenstandes, von Sittenlosigkeit und Entchristlichung, wie sie sich in zunehmender Deutlichkeit abzeichneten und allm\u00e4hlich dazu f\u00fchrten, da\u00df der &#8222;anst\u00e4ndige&#8220; B\u00fcrger jedem Kontakt mit den Handwerksgesellen tunlichst aus dem Wege ging. Er f\u00fchrt diesen Niedergang in erster Linie auf die Herausl\u00f6sung der Gesellen aus einem festen Ordnungsgef\u00fcge zur\u00fcck, auf das Sich-selbst-\u00dcberlassen-Sein der Gesellen, das er zugleich als Ausgeliefert-Sein an alle Gefahren der Zeit versteht. Als solche Gefahren hebt er vor allem sittliche Verwahrlosung und religi\u00f6se Entwurzelung hervor, insgesamt also den Verlust einer festen Lebenshaltung und klarer Orientierungsma\u00dfst\u00e4be, dann aber auch eine gewisse politische Radikalisierung. Gerade die Gesellen hatten auf ihrer ungebundenen Wanderschaft Gelegenheit, die sich in dieser Zeit vielf\u00e4ltig entfaltenden radikalen politischen Anschauungen kennenzulernen, wobei sie ihre neu gewonnenen Ansichten dann oft genug mit in die Heimat nahmen und dort verbreiteten. Nicht zu vergessen ist schlie\u00dflich, da\u00df solche Entwicklungen auch negative Auswirkungen auf die berufliche Bildung des Handwerksnachwuchses haben konnten.<\/p>\n<p>Im ganzen erscheint die Lage des Gesellenstandes, wie Kolping sie beschreibt, recht d\u00fcster. Zwar mu\u00df man sich hier vor Verallgemeinerungen h\u00fcten, da es sowohl in regionaler Hinsicht als auch bei der Situation der verschiedenen Gewerbe gro\u00dfe Unterschiede gab, die verf\u00fcgbaren Quellen lassen jedoch den Schlu\u00df zu, da\u00df Kolpings Schilderungen weder krasse \u00dcbertreibungen sind, noch blo\u00dfe Sonderf\u00e4lle darstellen. Kolping war im \u00fcbrigen Realist genug, um in der mi\u00dflichen Lage vieler Gesellen nicht in erster Linie individuelle Schuld, pers\u00f6nliches Versagen zu sehen, sondern Ausflu\u00df gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse, Folge auch der geistig-sittlichen Gesamtsituation der Zeit; eine Sicht, die in dieser Zeit keineswegs selbstverst\u00e4ndlich war.<\/p>\n<p>Kolping empfand die eigene Lebenssituation mehr und mehr als Bedr\u00fcckung. Mit seinem Lebensernst und seiner tiefreligi\u00f6sen Grundhaltung konnte er sich unter seinen Standesgenossen nicht heimisch f\u00fchlen; ebensowenig konnte sich der stets vielf\u00e4ltig interessierte Kolping, dem immer eine h\u00f6here Bildung als Wunschbild vor Augen schwebte, der jede Gelegenheit zum Lesen wahrnahm und sich deshalb wohl manchen Tadel seines Meisters und manche H\u00e4nselei seiner Kollegen gefallen lassen mu\u00dfte, in diesen Verh\u00e4ltnissen geistig befriedigt finden. Kolpings innere Unruhe und Unzufriedenheit steigerten sich zusehends. R\u00fcckblickend schrieb er sp\u00e4ter:\u00a0<i>&#8222;Acht Jahre bin ich von einer Stadt zur anderen gewandert, habe &#8230; das Leben von guten und b\u00f6sen Seiten angeschaut, und am Ende &#8230; fand ich mich selbst tief in ein Verh\u00e4ltnis gewickelt, das mir nur zu deutlich zeigte, wie ungl\u00fccklich ich geworden war &#8230; Ich fand mich vereinsamt mitten unter meinen Standesgenossen, an eine Lebensweise gebunden, die mir allm\u00e4hlich Grauen einfl\u00f6\u00dfte, und doch keinen Ausweg vor mir, aus diesem Labyrinthe zu entkommen. Ich war nahezu 22 Jahre alt &#8230;, und ich war rat- und hilflos. Unter dieser Volkshefe konnte ich nicht sitzen bleiben, nicht mein ganzes Leben unter den obwaltenden Umst\u00e4nden verk\u00fcmmern lassen; und aus dem Verh\u00e4ltnisse heraustreten, von neuem eine andere, mir mehr zusagende Lebensweise beginnen, war ein Unternehmen, das ebenso gewagt als gef\u00e4hrlich war. Was beginnen? &#8230; Mein Stand und die Bildung, zu der ich mich &#8230; hinaufschwingen wollte, waren unvereinbar, das war mir klar geworden. Auf eines mu\u00dfte ich verzichten, wenn ich Zufriedenheit und Ruhe finden wollte.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich konnte sich Kolping aber doch zur Aufgabe des bisherigen Lebens durchringen, zum Entschlu\u00df, sich nun doch noch die ersehnte h\u00f6here Bildung anzueignen; ein Entschlu\u00df, der ihm durch das gro\u00dfe Verst\u00e4ndnis erleichtert wurde, das er bei seinem Vater f\u00fcr seine Notlage fand. Das Ziel h\u00f6herer Bildung, zu der Kolping sich berufen und bef\u00e4higt glaubte, und die Flucht aus unertr\u00e4glich gewordenen Verh\u00e4ltnissen standen dabei im Vordergrund. Im Grundsatz ist sicher auch schon das Ziel ausgepr\u00e4gt gewesen, einmal Priester zu werden; ganz sicher jedoch fehlt bei Kolping zu diesem Zeitpunkt noch der Plan, sp\u00e4ter einmal etwas f\u00fcr die ehemaligen Standesgenossen zu tun, war er doch froh, \u00fcberhaupt erst einmal dem Zusammenleben mit diesen entronnen zu sein. Wie ernst es ihm \u00fcbrigens mit dem Entschlu\u00df zur Aufgabe des bisherigen Lebens war, wird beispielhaft an der Tatsache deutlich, da\u00df er das Angebot seines K\u00f6lner Meisters ausschlug, die einzige Tochter zu heiraten und die Werkstatt zu \u00fcbernehmen; ein durchaus verlockendes Angebot, das \u00fcbrigens auf die menschlichen und fachlichen Qualit\u00e4ten des jungen Kolping schlie\u00dfen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><b><a name=\"schule\"><\/a>Schulbesuch in K\u00f6ln<\/b><\/p>\n<p>Nach intensiven Vorbereitungen, speziell Latein-Studien, bei denen ihn Pfarrer Lauffs von Nideggen und Vikar Wollersheim in Kerpen unterst\u00fctzten, wurde Kolping im Herbst 1837 in die Tertia des K\u00f6lner Marzellen-Gymnasiums aufgenommen. In nur dreieinhalb Jahren absolvierte er den Gymnasialkurs; eine um so erstaunlichere Leistung, wenn man bedenkt, da\u00df er mehrfach durch Krankheiten (Pocken und Bluthusten) zum Pausieren gezwungen war und da\u00df er sich seinen Lebensunterhalt gr\u00f6\u00dftenteils selbst verdienen mu\u00dfte, vor allem durch das Erteilen von Nachhilfestunden. Deutlich wird bereits hier jener volle Einsatz aller verf\u00fcgbaren Kr\u00e4fte zur Erreichung eines besonderen Zieles, der sich auch durch noch so viele Hindernisse nicht beeintr\u00e4chtigen l\u00e4\u00dft, wie er f\u00fcr Kolpings ganzes sp\u00e4teres Wirken kennzeichnend ist.<\/p>\n<p>Tagebucheintragungen und Briefe an den Jugendfreund Karl Statz, den Sohn des Kerpener Lehrers, geben wichtige Aufschl\u00fcsse \u00fcber die innere Verfassung und Entwicklung Kolpings in diesen Jahren. Sie zeigen etwa, da\u00df es f\u00fcr Kolping als gereifte Pers\u00f6nlichkeit, die mit aller Macht auf ein festes Ziel hinstebte, nicht eben leicht war, sich in die Lebensverh\u00e4ltnisse eines Sch\u00fclers einzufinden. Manche kritische \u00c4u\u00dferung dem Schulalltag und der Lehrerschaft gegen\u00fcber ist von diesem st\u00fcrmischen Vorw\u00e4rtsdrang her zu verstehen und zu bewerten. In dieser Zeit reifte der Wunsch, Priester zu werden, zur endg\u00fcltigen Gewi\u00dfheit des Berufen-Seins; eine Entwicklung, die keineswegs ohne innere K\u00e4mpfe vor sich ging, etwa hinsichtlich der notwendigen &#8222;L\u00f6sung&#8220; von der Jugendliebe Margarete Statz, der Schwester des Freundes. War das berufliche Ziel nun auch klar, so war damit jedoch noch keine n\u00e4here Vorstellung von einer bestimmten Richtung des sp\u00e4teren Wirkens verbunden. Ganz allgemein nur spricht Kolping in dieser Zeit von dem Ziel, etwas f\u00fcr die Menschheit zu tun, wie er es als grunds\u00e4tzliche Pflicht des Gebildeten versteht, dem er eine hohe, kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzende Verantwortung als Volkslehrer zumi\u00dft. Immer wieder wird dabei deutlich, da\u00df die Religion in Kolpings Sicht tragendes und bestimmendes Fundament aller Lebens\u00e4u\u00dferungen sein mu\u00df, wenn der Mensch seiner Aufgabe in der Welt gerecht werden will.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1841 bestand Kolping das Abitur. Er konnte nun relativ sorgenfrei sein Theologiestudium beginnen, nachdem sich eine Wohlt\u00e4terin gefunden hatte, die f\u00fcr die Sicherung des Lebensunterhaltes aufkommen wollte. Vor die Wahl einer Universit\u00e4t gestellt, entschied er sich f\u00fcr M\u00fcnchen, die damals f\u00fchrende katholische Universit\u00e4t Deutschlands. Die M\u00fcnchener Zeit wurde f\u00fcr Kolping nicht nur eine ganz entscheidende Phase geistiger Pr\u00e4gung, ganz allgemein behielt er sie sein Leben lang in gl\u00fccklicher Erinnerung. Neben der Stadt mit ihren Bauwerken und Kunstsch\u00e4tzen, ihrer ganzen Atmosph\u00e4re, nahm in dieser Erinnerung auch die Ferienreise im Herbst 1841 einen wichtigen Platz ein, eine Fu\u00dfwanderung durch die Alpen bis nach Venedig, \u00fcber die Kolping in einem sorgf\u00e4ltig gef\u00fchrten Tagebuch eingehende und fesselnde Auskunft gibt.<\/p>\n<p><b><a name=\"studium\"><\/a>Theologiestudium in M\u00fcnchen, Bonn und K\u00f6ln<\/b><\/p>\n<p>Der deutsche Katholizismus befand sich in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts in einer tiefgreifenden Umbruchsituation, und zwar sowohl in \u00e4u\u00dferer wie innerer Hinsicht. Auf der einen Seite war die Kirche durch die S\u00e4kularisation \u00e4u\u00dferlich geschw\u00e4cht worden; seither befand sie sich &#8211; nicht zuletzt aufgrund ihrer nun doch nicht unerheblichen finanziellen Abh\u00e4ngigkeit vom Staat &#8211; st\u00e4rker als zuvor staatlichem Einflu\u00df, staatlichen Eingriffen ausgesetzt, bis hin etwa zur Genehmigungspflicht der Bekanntgabe kirchlicher Verlautbarungen durch die Beh\u00f6rden oder zur konkreten Mitsprache des Staates bei der Besetzung kirchlicher \u00c4mter. Erschwerend wirkte in diesem Zusammenhang die Tatsache, da\u00df vielfach &#8211; durchaus auch in katholischen Staaten &#8211; gerade die B\u00fcrokratie Tr\u00e4ger liberaler Anschauungen war, die in dieser Zeit vielfach mehr oder weniger antikirchliche Z\u00fcge trugen. Bei aller Problematik des Vergleichs unterschiedlicher historischer Epochen wird man doch sagen k\u00f6nnen, da\u00df die Situation der katholischen Kirche Deutschlands zur Zeit Kolpings in vieler Hinsicht weit schwieriger war als in unseren Tagen. Nicht zuletzt als Reaktion auf diese politische und weltanschauliche Bedr\u00e4ngnis kam es nun aber auf der anderen Seite zu einem inneren Erstarken der Kirche. Diese Entwicklung, die sich keineswegs auf Deutschland beschr\u00e4nkte, war freilich auch Antwort auf innerkirchliche Entwicklungen der vergangenen Zeit, wo sich im Gefolge der Aufkl\u00e4rung etwa Tendenzen herausgebildet hatten, die die traditionellen Formen der Volksfr\u00f6mmigkeit bek\u00e4mpften, die konfessionellen Unterschiede zugunsten eines allgemeinen christlich-humanen Ideals abzubauen suchten und sich bem\u00fchten, Glauben und Theologie mit vern\u00fcnftigen, d. h. verstandesgem\u00e4\u00dfen Einsichten und Argumenten zu begr\u00fcnden bzw. zu untermauern, wo ebenso auch Bestrebungen aufgetreten waren, die auf eine gr\u00f6\u00dfere Selbst\u00e4ndigkeit der einzelnen nationalen Kirchen zielten. Die neue Richtung im Katholizismus, die sich im Laufe des 19. Jahrhunderts durchsetzte, ist demgegen\u00fcber gekennzeichnet durch eine Intensivierung des kirchlichen Lebens und damit auch durch die st\u00e4rkere Betonung kirchlicher Br\u00e4uche und Vorschriften, auf deren Einhaltung vorher vielfach nicht sonderlich hingewirkt worden war, durch die scharfe Betonung der konfessionellen Unterschiede, von der aus die im ganzen 19. Jahrhundert deutliche Konfrontation der gro\u00dfen christlichen Konfessionen in Deutschland wesentlich mitgepr\u00e4gt wurde, durch das Streben nach umfassender innerer Geschlossenheit und den entsprechenden Kampf gegen alle realen oder vermeintlichen Irrt\u00fcmer oder Abweichungen, durch die entschiedene Ausrichtung auf Rom, auf das Papsttum als Symbol der universalen Einheit der Kirche und zugleich als konkreten Tr\u00e4ger aller Entscheidungsgewalt, durch den engagierten Kampf gegen die neuen, mit kirchlicher Lehre in irgendeiner Weise im Widerspruch stehenden weltanschaulichen Richtungen, speziell den Liberalismus mit seinen politischen und gesellschaftlichen Zielvorstellungen und Forderungen, schlie\u00dflich auch die Forderung nach Freiheit der Kirche, d. h. Freiheit von staatlicher Bevormundung und staatlichen Eingriffen in Bereiche, die man &#8211; wie besonders das Schulwesen &#8211; als zum alleinigen oder prim\u00e4ren Zust\u00e4ndigkeitsbereich der Kirche geh\u00f6rig verstand. Eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung, die gerade auch in der allm\u00e4hlichen Entfaltung eines vielf\u00e4ltigen katholischen Vereinswesens Ausdruck fand, kam naturgem\u00e4\u00df den Universit\u00e4ten zu, und hier stand eben die M\u00fcnchens mit Gelehrten wie Joseph G\u00f6rres und Ignaz D\u00f6llinger an f\u00fchrender Stelle.<\/p>\n<p>Kolping fand in M\u00fcnchen rasch Zugang zum Kreis der katholischen Erneuerungsbewegung, deren Anschauungen er in vollem Ma\u00dfe teilte zw. sich aneignete. Ein besonders enges Verh\u00e4ltnis verband ihn mit den Professoren D\u00f6llinger und Windischmann. Letzterer war auch geistiger Leiter einer lockeren Vereinigung rheinischer und westf\u00e4lischer Studenten, deren Haupt Kolping war und zu der auch Wilhelm Emmanuel von Ketteler, der sp\u00e4tere Mainzer Bischof, geh\u00f6rte, der etwa zur gleichen Zeit wie Kolping &#8211; ebenfalls als Sp\u00e4tberufener &#8211; sein Theologiestudium aufgenommen hatte. In diesem Zusammenhang ist \u00fcbrigens jene in der Literatur verschiedentlich auftauchende Behauptung, da\u00df Kolping in dieser Zeit von Ketteler grundlegende Anregungen f\u00fcr sein sp\u00e4teres Wirken als Gesellenvater empfangen habe, nachdr\u00fccklich in das Reich der Legende zu verweisen, da sie durch keinerlei Hinweise in den verf\u00fcgbaren Quellen zu st\u00fctzen ist. Tats\u00e4chlich war Kolping in dieser Zeit und auch sp\u00e4ter noch der Meinung, sp\u00e4ter vielleicht einmal auf wissenschaftlichem Gebiet t\u00e4tig werden zu k\u00f6nnen. Festzuhalten ist allerdings, da\u00df Kolping in wohl keinem anderen Lebensabschnitt &#8211; von der Kindheit nat\u00fcrlich abgesehen &#8211; so viele pr\u00e4gende geistige Einfl\u00fcsse empfing wie in der M\u00fcnchener Zeit, Einfl\u00fcsse vor allem im Bereich seiner grundlegenden theologischen, gesellschaftlichen und p\u00e4dagogischen Anschauungen.<\/p>\n<p>Schweren Herzens verlie\u00df Kolping im Herbst 1842 M\u00fcnchen, das ihm zur geistigen Heimat geworden war, um sein Studium in Bonn fortzusetzen. Zwar war er dort der Heimat und den alten Freunde n\u00e4her, im geistigen Klima der Bonner Universit\u00e4t konnte er sich jedoch bei weitem nicht so &#8222;zuhause&#8220; f\u00fchlen, wie dies in M\u00fcnchen der Falle gewesen war. Deutlich wird dies besonders in den Briefen an den verehrten M\u00fcnchener Lehrer D\u00f6llinger, in denen Kolping diesem eingehend \u00fcber seine jeweilige Lebenssituation und die dazugeh\u00f6rigen \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde berichtet. F\u00fcr die Zeit bis etwa 1849 stellen diese Briefe die wichtigste Quelle der Biographie Kolpings dar.<\/p>\n<p>Die Situation der Bonner Universit\u00e4t zu Beginn der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts war durch die Auseinandersetzungen um den Hermesianismus gekennzeichnet, eine von Georg Hermes begr\u00fcndete theologische Richtung, die &#8211; beeinflu\u00dft von der zeitgen\u00f6ssischen Philosophie, besonders von Kant &#8211; eine wissenschaftliche, vernunftgem\u00e4\u00dfe Grundlegung des Glaubens anstrebte. Von diesem Ansatz her, der freilich keineswegs \u00fcberall richtig verstanden und angemessen bewertet wurde, stie\u00df der Hermesianismus auf die entschiedene Kritik der an Einflu\u00df gewinnenden strengkirchlichen Richtung des deutschen Katholizismus, des Ultramontanismus, wie sie von ihren Gegnern genannt wurde. Zwar war die Lehre im Kern bereits 1835 durch Papst Gregor XVI. verurteilt worden, gerade an der Bonner Universit\u00e4t hatte sie jedoch noch immer eine starke Position, die erst im Laufe der Jahre durch die Entfernung der f\u00fchrenden hermesianischen Professoren vom Lehramt abgebaut wurde. Kolpings Bonner Zeit f\u00e4llt in die letzte, entscheidende Phase dieser Auseinandersetzungen, die mit dem Amtsantritt des Koadjutors und sp\u00e4teren Erzbischofs Johannes von Geissel 1841 begonnen hatte. F\u00fchrender Antihermesianer in Bonn war der von Geissel berufene Professor Dieringer, in dem Kolping einen dauerhaften Freund und F\u00f6rderer fand. Der Student Kolping lie\u00df die Ereignisse keineswegs passiv \u00fcber sich ergehen; er zeigte sich vielmehr als entschiedener Gegner des Hermesianismus und kompromi\u00dfloser Anh\u00e4nger der neuen Richtung, der sich aktiv engagierte, der mit verschiedenen Aktivit\u00e4ten unter der Studentenschaft und auch mit ersten publizistischen Arbeiten f\u00fcr seine Sache eintrat, wobei er als f\u00fchrender Kopf der antihermesianischen Studenten Bonns erscheint.<\/p>\n<p>Das letzte Jahr seiner theologischen Ausbildung verbrachte Kolping im K\u00f6lner Priesterseminar, bis er am 13. April 1845 in der Minoritenkirche zu K\u00f6ln durch Weihbischof Claessen die Priesterweihe empfing. Dieser bedeutendste Tag in seinem bisherigen Leben wurde allerdings durch den Tod des Vaters in der voraufgehenden Nacht \u00fcberschattet, von dem Kolping unmittelbar vor dem feierlichen Einzug in die Kirche Mitteilung erhielt.<\/p>\n<p><b><a name=\"kaplan\"><\/a>Kaplan in Elberfeld &#8211; Entstehung des Gesellenvereins<\/b><\/p>\n<p>Der Neupriester Kolping erhielt seine erste Stelle als Kaplan in der St. Laurentius-Pfarrei zu Elberfeld. Elberfeld war damals eine Stadt von etwa 40.000 Einwohnern, die sich besonders durch ihr aufbl\u00fchendes Wirtschaftsleben auszeichnete. In kaum einer anderen Stadt Deutschlands waren in dieser Zeit die neuen Entwicklungen im wirtschaftlichen und technischen Bereich, vor allem also das Vordringen der Fabrikindustrie, so weit fortgeschritten wie gerade in Elberfeld. Freilich bedeutet dies auch, da\u00df die sozialen Probleme, von denen die Industrialisierung begleitet wurde, dort besonders ausgepr\u00e4gt in Erscheinung traten, also etwa die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Handwerks und &#8211; vor allem &#8211; das Elend der zum Proletariat absinkenden bzw. bereits abgesunkenen Bev\u00f6lkerungsgruppen, begleitet von einer zumindest in Ans\u00e4tzen sichtbaren politischen Radikalisierung der Betroffenen. Sichtbaren Ausdruck fand dies im Revolutionsjahr 1848, wo es gerade auch in Elberfeld zu Unruhen unter der Arbeiterschaft und den Handwerksgesellen kam, zu Barrikadenbau und Stra\u00dfenkampf. Zur Situation in Elberfeld schrieb Kolping an D\u00f6llinger:\u00a0<i>&#8222;Die gro\u00dfe Masse der Fabrikarbeiter schmachtet im Elend, wie ich es nur im Wuppertal kennengelernt.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Die katholische Gemeinde Elberfelds umfa\u00dfte etwa 10.000 Gl\u00e4ubige, war also Di\u00f6asporagemeinde in einer mehrheitlich protestantischen Umgebung. Im Zeichen sich versch\u00e4rfender konfessioneller Gegens\u00e4tze hatte sie infolgedessen keinen leichten Stand, zumal da die Gemeindemitglieder gr\u00f6\u00dftenteils den unteren sozialen Schichten angeh\u00f6rten. Besondere Schwierigkeiten gab es gerade in den Jahren um 1845 noch durch das Auftreten des Deutschkatholizismus, einer 1844 entstandenen, relativ kurzlebigen Sekte, die gerade im Wuppertal einen Schwerpunkt ihres Wirkens gefunden hatte und &#8211; zum Teil von prostestantischen Kreisen unterst\u00fctzt &#8211; gegen die romtreue katholische Gemeinde agitierte. Der Elberfelder Protestantismus selbst war kein einheitliches Gebilde, sondern &#8211; geradezu ein Spezifikum der Stadt in dieser Zeit &#8211; durch das Nebeneinander und mitunter auch Gegeneinander einer gro\u00dfen Zahl recht unterschiedlicher Richtungen und Gemeinden gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Im Jahr 1846 war in Elberfeld ein Kreis junger Katholiken, zumeist Handwerksgesellen, zusammengetreten, um Lieder f\u00fcr die allj\u00e4hrliche Laurentius-Prozession einzu\u00fcben. Nach ihrem recht erfolgreichen ersten Auftreten beschlossen sie, auch weiterhin zusammenzukommen. Der Lehrer Johann Gregor Breuer, durch zahlreiche Vereinsgr\u00fcndungen um die Elberfelder katholische Gemeinde verdient, nahm sich dieser jungen Leute an. Er stellte ihnen einen Schulraum f\u00fcr ihre Zusammenk\u00fcnfte zur Verf\u00fcgung, erweiterte das Programm dieser Versammlungen durch bildende und belehrende Vortr\u00e4ge und formte die zun\u00e4chst lockere Vereinigung schlie\u00dflich zu einem festen Verein aus, dem er auch die ersten Statuten gab. Gegen Ende des Jahres 1846 war somit der Elberfelder J\u00fcnglingsverein ins Leben getreten, der Ursprung des katholischen Gesellenvereins und damit des heutigen Kolpingwerkes.<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Verdienst an der Gr\u00fcndung des Gesellenvereins hat seit dem Tode Kolpings zu einer langdauernden und zum Teil recht erbitterten Kontroverse gef\u00fchrt, vor allem von seiten Breuers und seiner Nachkommen, die &#8211; zum Teil gewi\u00df mit Recht &#8211; das Verdienst dieses Mannes zu gering geachtet bzw. sogar unterschlagen sahen. Vom heutigen Kenntnisstand wird man zu dieser Frage sagen m\u00fcssen, da\u00df das Verdienst der Gr\u00fcndung des ersten Gesellenvereins zweifellos Breuer zukommt, da\u00df freilich aus diesem einen Verein ohne das Wirken Kolpings wohl kaum eine \u00fcber das Wuppertal hinausreichende Einrichtung geworden w\u00e4re, ganz sicher kein weltweiter Verband, wie ihn Kolping bereits zu Lebzeiten geschaffen hatte.<\/p>\n<p>Noch im Jahr 1846 war Johann Steenaertz, erster Kaplan der Laurentius-Pfarrei, zum Pr\u00e4ses des J\u00fcnglingsvereins gew\u00e4hlt worden. Vom gleichen Zeitpunkt datiert Kolpings Bekanntschaft mit diesem Verein, in dem er zun\u00e4chst gelegentlich Vortr\u00e4ge hielt. Sehr bald gewann er die Herzen der Mitglieder, die erlebten, da\u00df jemand zu ihnen sprach, der ihre Lage und ihre Probleme aus eigener Erfahrung kannte und sie wirklich verstehen konnte. Als Kaplan Steenaertz 1847 versetzt wurde, w\u00e4hlten die Gesellen Kolping zu ihrem Pr\u00e4ses, den die \u00fcbernommene Aufgabe immer st\u00e4rker fesselte, der hier endlich seine Lebensaufgabe fand. In einem Brief vom 29.11.1848 an Ignaz D\u00f6llinger, in dem Kolping zum ersten Mal vom Gesellenverein und seinem Engagement f\u00fcr diesen Verein spricht, gibt er selbst klare Auskunft \u00fcber diesen f\u00fcr seinen weiteren Lebensweg so bedeutsamen Schritt, wobei er zugleich all jene Auffassungen widerlegt, die bereits zu einem sehr viel fr\u00fcheren Zeitpunkt bei Kolping das konkrete Ziel eines sp\u00e4teren Wirkens f\u00fcr die ehemaligen Standesgenossen sehen wollen. Kolping schreibt, nachdem er kurz \u00fcber den Verein berichtet und die Hoffnung ge\u00e4u\u00dfert hat, diesen \u00fcber Elberfeld ausbreiten zu k\u00f6nnen:\u00a0<i>&#8222;Ich mu\u00df gestehen, seit dieser Vereinsplan bei mir zur Reife gekommen, bin ich mir erst \u00fcber mich selbst recht klar geworden, ich m\u00f6chte sagen, sind mir die Wege Gottes erst zur Deutung gekommen. W\u00e4hrend meines Aufenthalts in M\u00fcnchen und sp\u00e4ter trug ich mich insgeheim mit dem Gedanken herum, mich wissenschaftlichen Studien zu widmen &#8230;, und doch fand ich nie Gelegenheit, diesen W\u00fcnschen nachzukommen &#8230;Wie von selbst dagegen fand ich mich immer wieder unter dem Volke, aus dem mich Gottes Hand herausgef\u00fchrt. Seit ich in unserem Verein aber wieder mit dem Volke volkst\u00fcmlich verkehre, ist die Lust an wissenschaftlichen Studien gewichen, glaube ich gar zu bemerken, da\u00df ich dazu im Grunde sehr wenig geeignet bin, dagegen finde ich mich in einer solchen Volksprofessur ganz in meinem Elemente. Ich glaube, es d\u00fcrfte vielen so ergehen, wenn die Praxis sie erst \u00fcber sich selbst aufkl\u00e4rte.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Sobald Kolping sich \u00fcber diese seine Berufung klar geworden war, fa\u00dfte er den Plan, den Gesellenverein auszubreiten. Im bereits zitierten Brief hei\u00dft es dazu:\u00a0<i>&#8222;Ich brenne vor Verlangen, diesen Verein noch im ganzen katholischen Deutschland eingef\u00fchrt zu sehen &#8230;In unserer Zeit, wo die soziale Frage sich mit der religi\u00f6sen entschieden in der Vordergrund dr\u00e4ngt, wo die Umst\u00e4nde uns gewisserma\u00dfen mit Gewalt ins Volk werfen, ist der Verein ein herrliches Mittel, an der L\u00f6sung obiger Fragen t\u00e4tig zu arbeiten, uns zugleich als wahre Volksfreunde zu zeigen.&#8220;<\/i>\u00a0An sp\u00e4terer Stelle wird n\u00e4her darauf einzugehen sein, welche grundlegenden Ideen und Ziele Kolping bei seinem Wirken im Gesellenverein bestimmten, weit hinausreichend \u00fcber das Nahziel einer konkreten Hilfe f\u00fcr den Gesellenstand; hier ist zun\u00e4chst nur hervorzuheben, da\u00df er sich vom Jahr 1848 an (seit jenem Revolutionsjahr also, das der katholischen Kirche einen erheblichen Fortschritt im Bem\u00fchen um gr\u00f6\u00dfere Unabh\u00e4ngigkeit von staatlichem Einflu\u00df brachte, wobei sich die neue Freiheit gerade auch in einem raschen Aufbl\u00fchen des katholischen Vereinswesens manifestierte, von dem die Katholikentage ihren Ausgang nahmen, deren erster in eben diesem Jahr stattfand, ebenso wie auch die erste Zusammenkunft der deutschen Bisch\u00f6fe) aktiv um die Ausbreitung des Gesellenvereins bem\u00fchte, durch Reisen wie auch durch publizistische Aktivit\u00e4ten. Zu Ende dieses Jahres ver\u00f6ffentlichte er seine erste programmatische Schrift &#8222;Der Gesellenverein&#8220;, in der er Ausgangslage und Anliegen seines Wirkens darstellte und zu entsprechenden Aktivit\u00e4ten aufrief. Kolping hatte im \u00fcbrigen l\u00e4ngst erkannt, da\u00df seinen Wirkungsm\u00f6glichkeiten in Elberfeld Grenzen gesetzt waren, da\u00df eine weit erfolgreichere Aktivit\u00e4t von K\u00f6ln aus m\u00f6glich sein w\u00fcrde, der Metropole des westlichen Deutschlands. Nach entsprechenden Versetzungsgesuchen erhielt er 1849 eine Stelle als Domvikar in K\u00f6ln, wo dann mit der Gr\u00fcndung des Gesellenvereins am 6. Mai 1849 der Grundstein f\u00fcr die Schaffung eines Werkes gelegt wurde, das bis 1865, dem Todesjahr Kolpings, schon \u00fcber zwanzigtausend Mitglieder in mehr als vierhundert Vereinen z\u00e4hlte.<\/p>\n<p><b><a name=\"domvikar\"><\/a>Domvikar in K\u00f6ln &#8211; Ausbreitung des Werkes<\/b><\/p>\n<p>Mit rastlosem Eifer widmete Kolping sich in den ihm noch verbleibenden 16 Lebensjahren dem Ausbau seines Werkes, vor allem nat\u00fcrlich zun\u00e4chst einmal der Ausbreitung des Gesellenvereins. Diesem Ziel dienten mehrere ausgedehnte Reisen, die erste 1852, die Kolping durch ganz Deutschland, die Schweiz und \u00d6sterreich bis hin nach Jugoslawien und Ungarn f\u00fchrten, wobei er jeweils eine ganze Reihe neuer Vereine ins Leben treten lie\u00df. Mit sicherem Gesp\u00fcr wurde dabei stets ein geeigneter Geistlicher zum ersten Pr\u00e4ses ausgew\u00e4hlt, so etwa Anton Gruscha in Wien, Georg Mayr in M\u00fcnchen und Eduard M\u00fcller in Berlin, M\u00e4nner mit denen Kolping sp\u00e4ter ein enges Freundschaftsband verkn\u00fcpfte. Bei diesen &#8222;Missionsreisen&#8220; war es \u00fcbrigens keineswegs \u00fcberall erforderlich, gleichsam aus dem Nichts einen Gesellenverein ins Leben zu rufen. Tats\u00e4chlich fand Kolping vielmehr zum Teil bereits erste Ans\u00e4tze vor, die in die von ihm erstrebte Richtung wiesen und die nurmehr der festen Ausformung bedurften. So gab es Ans\u00e4tze, die sich &#8211; wie in M\u00fcnchen und Berlin &#8211; parallel zum Kolpingschen Wirken entfaltet hatten, was auf die tats\u00e4chliche, eben nicht nur von Kolping gesehene Aktualit\u00e4t einer solchen Aufgabe hinwies, vor allem aber solche, die auf der raschen Verbreitung der Kenntnis von Ideen und Aktivit\u00e4ten Kolpings beruhten. Dieses Kennenlernen eines konkreten Versuchs zur Bew\u00e4ltigung weithin \u00e4hnlich empfundener Probleme f\u00fchrte dann auch zu der selbst\u00e4ndigen Gr\u00fcndung der Masse der Gesellenvereine, bei der Kolping selbst nat\u00fcrlich nicht \u00fcberall pers\u00f6nlich wirksam werden konnte. Hier ist die Rolle jener M\u00e4nner zu w\u00fcrdigen, die &#8211; wie vor allem Gruscha und Mayr &#8211; die ersten Vereine in ihren L\u00e4ndern leiteten und nun in eigenst\u00e4ndigem Bem\u00fchen an den Aufbau des Vereinswesens in ihrem Bereich gingen, wobei sie im Zuge der sich allm\u00e4hlich ausbildenden organisatorischen Struktur des Verbandes im Regelfall dann auch f\u00fchrende Positionen als Zentral-, Landes- oder Di\u00f6zesanpr\u00e4ses einnahmen.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt ist aber auch die wichtige Bedeutung hervorzuheben, die den Gesellen selbst f\u00fcr die Ausbreitung des Verbandes zukommt. Vielfach war es so, da\u00df Gesellen, die Mitglied eines Vereins gewesen waren und seine positive Bedeutung pers\u00f6nlich erfahren hatten, selbst die Initiative zu Vereinsgr\u00fcndungen unternahmen, wenn sie auf der Wanderschaft in Orte kamen, an denen noch kein Verein bestand. Man wird sagen k\u00f6nnen, da\u00df es sicherlich noch weit mehr Vereinsgr\u00fcndungen gegeben h\u00e4tte, wenn es dazu allein des Interesses der Gesellen bedurft h\u00e4tte. Kolping selbst hat diesen Weg der Ausbreitung des Verbandes bewu\u00dft gef\u00f6rdert, er hat manchem Mitglied des K\u00f6lner Vereins bei seinem Weggang &#8211; oder auch sp\u00e4ter noch auf brieflichem Wege &#8211; entsprechende Hinweise und Ratschl\u00e4ge gegeben.<\/p>\n<p>Zur Verbreitung der Kenntnis von seinem Werk &#8211; und damit zur indirekten Mitwirkung an der Gr\u00fcndung weiterer Vereine &#8211; bediente sich Kolping dar\u00fcber hinaus publizistischer Mittel. Mit programmatischen Schriften und durch zahlreiche Beitr\u00e4ge in den von ihm redigierten Zeitschriften wirkte er in dieser Richtung, dann aber auch durch Auftritte bei zahlreichen Katholikentagen. Sie waren insofern von Bedeutung, als sich f\u00fcr Kolping dort die Gelegenheit bot, sich selbst und sein Anliegen einem Publikum bekannt zu machen, das doch eine gewisse Elite des deutschen Katholizismus darstellte.<\/p>\n<p>Kolpings Wirken als Gesellenvater beschr\u00e4nkte sich nat\u00fcrlich nicht auf die Ausbreitung seines Werkes. Einen weiteren umfassenden T\u00e4tigkeitskomplex bildete die im weitesten Sinne verstandene materielle F\u00fcrsorge f\u00fcr die Vereine, speziell f\u00fcr den K\u00f6lner, dessen Pr\u00e4ses er ja stets blieb, dann besonders auch f\u00fcr den Mutterverein Elberfeld, dem er auf alle m\u00f6gliche Art und Weise zu helfen suchte. Sehr bald schon hatte Kolping die \u00dcberzeugung gewonnen, da\u00df es n\u00f6tig war, den Vereinen &#8211; deren Leben sich anf\u00e4nglich in den verschiedensten mehr oder weniger geeigneten Lokalit\u00e4ten abspielen mu\u00dfte &#8211; ein eigenes Heim zu geben, ein speziell auf die Bed\u00fcrfnisse des Vereins zugeschnittenes Haus, das dann gerade auch als wirkliches Heim f\u00fcr die auf Wanderschaft befindlichen Gesellen dienen konnte und sollte, um sie nicht auf das Herbergswesen mit all seinen Gefahren angewiesen sein zu lassen. In seiner 1852 erschienen Schrift &#8222;F\u00fcr ein Gesellenhospitium&#8220; legte Kolping seine diesbez\u00fcglichen Ideen und Zielsetzungen dar und rief zugleich alle Vereine auf, sich so rasch wie m\u00f6glich ein eigenes Hospitium zu schaffen.<\/p>\n<p>Das K\u00f6lner Hospitium in der Breite Stra\u00dfe konnte bereits im Mai 1853 er\u00f6ffnet werden, wobei Kolping zu manchem Bettelzug gen\u00f6tigt gewesen war, um die Finanzierung des Hauskaufes zu sichern. Neben der Sorge f\u00fcr die materielle Sicherung des Hauses und seine Unterhaltung &#8211; die laufenden Kosten bestritt Kolping gr\u00f6\u00dftenteils aus eigener Tasche &#8211; bedr\u00fcckten Kolping auch manche Schwierigkeiten, die ihm bei seiner Arbeit von seiten der Beh\u00f6rden gemacht wurden, speziell durch die K\u00f6lner Bezirksregierung. So wandte sich diese gegen die Gew\u00e4hrung der Korporationsrechte &#8211; d. h. die Rechte einer juristischen Person &#8211; an den das Hospitium tragenden Verein; erst nach langer Verz\u00f6gerung konnten diese auf dem Weg \u00fcber eine unmittelbare Wendung an K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV. erlangt werden. Dieselben Kreise waren es, die jahrelang mit Erfolg Kolpings Vorhaben sabotierten, das Nachbargrundst\u00fcck des K\u00f6lner Hospitiums zu erwerben, um darauf einen Erweiterungsbau zu erstellen. Fast zehn Jahre dauerten die entsprechenden Auseinandersetzungen, bis Kolping schlie\u00dflich aufgab und den Neubau im Garten des eigenen Grundst\u00fccks errichtete. Erw\u00e4hnt wird dies hier zum einen als Hinweis auf die Vielfalt konkreter Aufgaben und Probleme, denen sich Kolping als Pr\u00e4ses des K\u00f6lner Gesellenvereins gegen\u00fcbersah, zum anderen aber auch als beispielhafter Hinweis darauf, da\u00df Ausbreitung und Aktivit\u00e4ten des Gesellenvereins keineswegs \u00fcberall auf die volle Unterst\u00fctzung oder auch nur wohlwollenden Duldung der weltlichen Obrigkeit z\u00e4hlen konnten, vielmehr mancherorts auf Widerst\u00e4nde oder sogar ernsthafte Schwierigkeiten stie\u00dfen. Dabei sind nat\u00fcrlich gro\u00dfe lokale und regionale Unterschiede gegeben, der Vielfalt der politischen Landkarte Deutschlands in jener Zeit entsprechend. Was Preu\u00dfen betrifft, so kann das Vorhandensein derartiger Widerst\u00e4nde nicht \u00fcberraschen, stand die preu\u00dfische B\u00fcrokratie in dieser Zteit doch weithin jedweder katholischen Aktivit\u00e4t &#8211; erst recht dann, wenn sie \u00fcber den engeren kirchlichen Bereich hinauswies &#8211; kritisch, wenn nicht ablehnend gegen\u00fcber. In seinen publizistischen Aussagen enthielt Kolping sich nat\u00fcrlich der offenen Kritik an den Beh\u00f6rden, wie sie sehr leicht Zensurma\u00dfnahmen h\u00e4tte nach sich ziehen k\u00f6nnen, in manchen Briefen finden sich aber aufschlu\u00dfreiche Ausf\u00fchrungen zu diesem Komplex.<\/p>\n<p>Kolpings Wirken im Gesellenverein ist schlie\u00dflich noch unter einem dritten Aspekt zu sehen, n\u00e4mlich dem der F\u00fchrung eines sich rasch ausbreitenden Verbandes. Im Oktober 1850 schlossen sich die ersten drei Vereine (Elberfeld, K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf) zum Rheinischen Gesellenbund zusammen, der sich dann bereits seit 1851 Katholischer Gesellenverein nennt, um auszudr\u00fccken, da\u00df es bei der angestrebten Ausweitung keine territorialen Begrenzungen geben sollte. Schwerpunkte dieser Ausweitung, die seit 1852 rasch erfolgte, waren zu Lebzeiten Kolpings neben dem Rheinland und Westfalen Bayern und \u00d6sterreich, die traditionell katholischen L\u00e4nder also, w\u00e4hrend der Verein in der Diaspora anf\u00e4nglich nur sehr schwer Fu\u00df zu fassen vermochte. Wichtige organisatorische Entwicklungen vollzogen sich in den Jahren nach 1859 durch die formelle Einrichtung von Di\u00f6zesan- und Landesverb\u00e4nden, wie sie aufgrund der gestiegenen Zahl der Vereine m\u00f6glich und notwendig geworden war, zugleich aber auch den engen Anschlu\u00df des Vereins an die Kirche und ihre Struktur zum Ausdruck bringen sollte.<\/p>\n<p>Als Generalpr\u00e4ses des Katholischen Gesellenvereins betonte Kolping einerseits zwar die notwendige Selbst\u00e4ndigkeit der einzelnen Vereine bzw. der organisatorischen Zwischenglieder in der Ordnung und Gestaltung ihres konkreten Wirkens; sie erschien ihm erforderlich , um die Vielfalt unterschiedlicher Gegebenheiten und Bedingtheiten in den verschiedensten Bereichen angemessen ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen. Andererseits jedoch betonte er die Notwendigkeit der Geschlossenheit und Einheitlichkeit des Verbandes im grunds\u00e4tzlichen Bereich, in den Grundlagen der Arbeit. Entsprechend ergab sich f\u00fcr den Generalpr\u00e4ses ein breites Aufgabenfeld, wobei daran zu erinnern ist, da\u00df Kolping noch keinerlei F\u00fchrungs- und Verwaltungsapparat zur Verf\u00fcgung hatte, da\u00df er in der Leitung des Vereins weitgehend auf sich selbst gestellt war. Zu den anfallenden Aufgaben geh\u00f6rten etwa die Vorbereitung und Durchf\u00fchrung von Generalversammlungen, die Sammlung und Auswertung statistischen Materials, die Ausarbeitung grundlegender Direktiven, wie etwa der Wanderordnung, das Erstellen von im ganzen Verband einheitlich zu verwendenden Materialien, etwa das Wanderbuch oder das Aufnahme-Diplom f\u00fcr neue Vereine, und vieles andere mehr. Nicht zu vergessen ist die umfangreiche, \u00fcberaus zeitraubende Vereinskorrespondenz Kolpings, jener Teil seines Briefwechsels also, in welchem er seinen Mitbr\u00fcdern im Pr\u00e4sesamt Ausk\u00fcnfte, Ratschl\u00e4ge oder Weisungen zu den verschiedensten Fragen des Vereinslebens gab, besser gesagt, geben mu\u00dfte, da es sich hier doch in der Regel um Antworten Kolpings auf Anfragen handelte, die an ihn als den Sch\u00f6pfer und Leiter des Verbandes &#8211; der als solcher unbestrittene Autorit\u00e4t geno\u00df &#8211; herangetragen wurden. Zu dieser F\u00fchrungsarbeit geh\u00f6rte schlie\u00dflich auch die seit 1863 erfolgende Herausgabe eine speziellen Organs f\u00fcr die Vereinsvorst\u00e4nde, der &#8222;Mittheilungen&#8220;, das neben der Information \u00fcber die Entwicklung des Verbandes dem Austausch von Erfahrungen aus dem Vereinsleben und der beratenden Anleitung zu dessen konkreter Ausgestaltung dienen sollte.<\/p>\n<p><b><a name=\"publizist\"><\/a>Kolping als Publizist und Volkschriftsteller<\/b><\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem Wirken im Gesellenverein, seinem Lebenswerk, tritt das Bild des Publizisten Kolping oft in den Hintergrund. Tats\u00e4chlich aber war das publizistische Wirken f\u00fcr Kolping ein so breites Arbeitsfeld neben der T\u00e4tigkeit im und f\u00fcr den Gesellenverein, da\u00df durchaus von einem zweiten &#8222;Hauptberuf&#8220; gesprochen werden k\u00f6nnte. Diese Arbeitslast, deren Druck Kolping in vielen Briefen hervorhebt, nahm er nicht allein wegen der gegebenen und bewu\u00dft angestrebten Wirkungsm\u00f6glichkeiten des geschriebenen Wortes in Kauf; von doch wesentlicher Bedeutung ist die Tatsache, da\u00df ihm der Ertrag dieser sehr erfolgreichen Arbeit die finanzielle Grundlage f\u00fcr sein Wirken im Gesellenverein verschaffte. Die Unkosten der Unterhaltung des K\u00f6lner Hospitiums, die Aufwendungen f\u00fcr eigene Lebensf\u00fchrung, gerade auch f\u00fcr die vielen Reisen, und manches andere mehr, wurde zum gr\u00f6\u00dften Teil aus eben diesen Einnahmen bestritten. Bis zu seinem Tode hatte Kolping zudem noch eine Summe von 10.000 Talern angesammelt, die er als Grundstock f\u00fcr den Lebensunterhalt seiner Amtsnachfolger hinterlie\u00df.<\/p>\n<p>Gleich nach seiner \u00dcbersiedlung nach K\u00f6ln war Kolping, der ja bereits als Student in Bonn erste publizistische Erfahrungen gesammelt hatte, Mitarbeiter des Rheinischen Kirchenblattes geworden, eines prim\u00e4r das kirchliche Leben im Erzbistum K\u00f6ln behandelnden Wochenblattes, dessen alleinige Redaktion er 1850 \u00fcbernahm. Vom gleichen Zeitpunkt an gab er eine eigenst\u00e4ndige Beilage zum Kirchenblatt heraus, anf\u00e4nglich &#8222;Vereinsorgan&#8220; genannt, sp\u00e4ter &#8222;Feierstunde&#8220;, in der es in erster Linie um Belange des Gesellenvereins ging. 1854 gab Kolping diese T\u00e4tigkeit auf und gr\u00fcndete ein eigenes Blatt, die Rheinischen Volksbl\u00e4tter, das er bis zu seinem Tode als Herausgeber und Redakteur f\u00fchrte. Den gr\u00f6\u00dften Teil der anfallenden Arbeiten mu\u00dfte er selbst \u00fcbernehmen; sicherlich eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, da\u00df das Blatt w\u00f6chentlich mit einem Umfang von sechzehn Seiten erschien. Diese Volksbl\u00e4tter waren weit mehr als ein Organ des Gesellenvereins. Zwar berichteten sie \u00fcber Situation und Entwicklung des Verbandes bzw. einzelner Vereine und erhielten auch speziell den Gesellenverein betreffende Beitr\u00e4ge sonstiger Art, dar\u00fcber hinaus boten sie jedoch ein breites Inhaltsspektrum, das etwa von der belehrenden, erbauenden oder unterhaltenden Erz\u00e4hlung oder Kurzgeschichte \u00fcber zeitkritische Abhandlungen aus den verschiedensten Bereichen bis hin zu kirchlichen Nachrichten und einer regelm\u00e4\u00dfigen \u00dcbersicht \u00fcber das politische Geschehen in aller Welt reichte. Das Blatt konnte und wollte einen gr\u00f6\u00dferen Leserkreis als die Mitglieder des Gesellenvereins ansprechen; in seiner ganzen Konzeption war es auf das st\u00e4dtische Kleinb\u00fcrgertum und die Landbev\u00f6lkerung zugeschnitten, woher sich auch die Masse der Leser rekrutierte, und zwar keineswegs nur im engeren Umkreis K\u00f6lns.<\/p>\n<p>Eine ganze Zeit waren die Volksbl\u00e4tter das wichtigste, nicht im engeren Sinne kirchliche Organ von entschieden katholischer Haltung im Rheinland, wobei in den besten Jahren eine Auflage von mehr als 6000 erreicht wurde. Dies ist eine f\u00fcr damalige Zeiten beachtliche Zahl, war doch die K\u00f6lnische Zeitung mit rund 15000 Abonnenten bereits die auflagenst\u00e4rkste Tageszeitung Deutschlands. Ihre beste Zeit hatten die Volksbl\u00e4tter in den Jahren um 1860, als Kolping &#8211; den aktuellen Ereignissen und den Interessen der Leser folgend &#8211; der politischen Berichterstattung und Kommentierung mehr und mehr Raum gab. Im Vordergrund des Interesses stand in diesen Jahren die Entwicklung in Italien. Hier fand die auf nationale Einheit zielende Bewegung, die im K\u00f6nigreich Sardinien-Piemont ihre Hauptst\u00fctze hatte, zun\u00e4chst in \u00d6sterreich ihren wichtigsten Gegner, dann aber, nachdem \u00d6sterreich 1859 von dem mit Piemont verb\u00fcndeten Frankreich besiegt worden war und den gr\u00f6\u00dften Teil seine italienischen Herrschaftsbereiches hatte aufgeben m\u00fcssen, zunehmend im Kirchenstaat, dem weltlichen Machtbereich des Papsttums also, der in den Jahren bis 1870 St\u00fcck um St\u00fcck in das zum geschlossenen Nationalstaat zusammenwachsende Italien eingegliedert wurde. Kolping stand mit seinem Blatt uneingeschr\u00e4nkt auf seitens des Papsttums und gegen die vom Liberalismus &#8211; seinem weltanschaulichen Hauptgegner &#8211; getragene italienische Einigungsbewegung mit ihrem Verb\u00fcndeten Frankreich. Entsprechend wandte er sich auch scharf gegen die liberalen Kr\u00e4fte Deutschlands, die die Entwicklung in Italien unterst\u00fctzten und zu deren wichtigsten Stimmen gerade die K\u00f6lnische Zeitung geh\u00f6rte, die anzugreifen Kolping in kaum einer Nummer der Volksbl\u00e4tter verga\u00df. Was die politische Lage in Deutschland betrifft, wo mehr und mehr ja ebenfalls die nationale Einigung in den Vordergrund des Interesses r\u00fcckte, so war Kolping hier eindeutig gro\u00dfdeutsch gesinnt, d. h. Verfechter einer politischen Neugestaltung der Nation unter Einschlu\u00df \u00d6sterreichs, wie sie gerade von den liberalen Kr\u00e4ften Preu\u00dfens abgelehnt wurde und nach dem Krieg von 1866 ja endg\u00fcltig unm\u00f6glich geworden war. In seinen politischen Kommentaren zu deutschen Frage legte Kolping freilich gr\u00f6\u00dfte Zur\u00fcckhaltung an den Tag, eine angesichts der noch recht strengen preu\u00dfischen Pressepolitik wohlbegr\u00fcndete Vorsicht.<\/p>\n<p>Zwei weitere Bereiche publizistischen Wirkens Kolpings sind noch zu erw\u00e4hnen. Zum einen die Herausgabe der bereits erw\u00e4hnten &#8222;Mittheilungen&#8220;, zum anderen die j\u00e4hrliche Ver\u00f6ffentlichung eines Volkskalenders, und zwar seit 1850. Diese Kalender, die neben dem Kalendarium und einer Reihe sonstiger Sachinformationen jeweils eine Anzahl unterhaltender und belehrender literarischer Beitr\u00e4ge enthielten, waren in jener Zeit vor allem auf dem Lande verbreitet, wo sie nicht selten den einzigen Lesestoff der einfachen Leute bildeten. Kolping ver\u00f6ffentlichte hier eine ganze Reihe gr\u00f6\u00dferer Erz\u00e4hlungen, mit denen er seinen Ruf als einer der f\u00fchrenden katholischen Volksschriftsteller seiner Zeit begr\u00fcndete. Noch zu seinen Lebzeiten wurden diese Erz\u00e4hlungen in eigenst\u00e4ndigen Sammelb\u00e4nden neu zur Ver\u00f6ffentlichung gebracht; in den folgenden Jahrzehnten erlebten sie noch eine F\u00fclle von Neuausgaben.<\/p>\n<p><b><a name=\"rektor\"><\/a>Rektor der Minoritenkirche<\/b><\/p>\n<p>Kolpings Wirken in K\u00f6ln ist mit den bisherigen, notgedrungen skizzenhaften Ausf\u00fchrungen noch keineswegs vollst\u00e4ndig umrissen. Nicht zu vergessen ist ja, da\u00df er zun\u00e4chst einmal Geistlicher der K\u00f6lner Erzdi\u00f6zese und als solcher ebenfalls arbeitsm\u00e4\u00dfig in Anspruch genommen war. Als Domvikar geh\u00f6rten Gottesdienst, Predigt und Chorgebet im Dom zu seinen Aufgaben; zugleich fungierte er als Kaplan des Weihbischofs Baudri, den er auf verschiedenen dienstlichen Reisen begleitete, und schlie\u00dflich war er als apostolischer Notar seit 1850 auch noch in der Bistumsverwaltung eingesetzt, und zwar speziell im Bereich des geistlichen Gerichtswesens. Diese zus\u00e4tzlichen Aufgaben \u00fcberstiegen allerdings bald Kolpings Arbeitskraft, so da\u00df er sich gen\u00f6tigt sah, einen j\u00fcngeren Geistlichen als st\u00e4ndigen Stellvertreter anzustellen und aus eigenen Mitteln zu besolden, der ihn in seinen Funktionen als Domvikar vertreten, ihm aber auch bei der Arbeit im Gesellenverein zur Hand gehen k\u00f6nnte. In der Reihenfolge waren in dieser Position ab 1854 Friedrich Koenen, sp\u00e4ter als Domkapellmeister bekannt geworden, Hermann Joseph Heckhausen, Hermann Joseph Benedikt Asth\u00f6wer und zuletzt &#8211; ab 1859 &#8211; Wilhelm Servatius Fl\u00fccken, der Kolping zum treuen Freund und unentbehrlichen Mitarbeiter in seinem ganzen Arbeitsbereich wurde. F\u00fcr k\u00fcrzere Zeit hatten Kolping schon vorher Leopold Graf Spee und Matthias Heinrich Kirch als Helfer zur Seite gestanden.<\/p>\n<p>Mit Ende des Jahres 1861 gab Kolping die Domvikarie auf, um sich ganz seinen sonstigen Aufgaben widmen zu k\u00f6nnen. Er hatte seither die Stelle eines Rektors der Minoritenkirche inne, die er aus eigenen Mitteln f\u00fcr sich selbst und seine Nachfolger im Amt des Generalpr\u00e4ses dotierte. Mit dieser Stellung waren an sich zwar keine besonders aufwendigen Verpflichtungen verbunden, Kolping b\u00fcrdete sich hier dann aber doch eine zus\u00e4tzliche Arbeitslast auf, n\u00e4mlich die der inneren Restauration der Kirche. Nach langem Verfall war es durch Spenden K\u00f6lner B\u00fcrger &#8211; vor allem von Johann Heinrich Richartz, dem Stifter des Wallraf-Richartz-Museums, das in den Jahren 1861-65 unmittelbar neben der Minoritenkirche erbaut wurde &#8211; zwar erm\u00f6glicht worden, die Kirche vor dem Abbruch zu bewahren und \u00e4u\u00dferlich wiederherzustellen, noch aber war ihr Inneres in einem arg verfallenen Zustand. Die w\u00fcrdige Wiederherstellung dieses in K\u00f6ln seit Jahrhunderten hochgesch\u00e4tzten Gotteshauses wurde zu einem Herzensanliegen Kolpings in seinen letzten Lebensjahren, dem er manche Aktivit\u00e4t und auch nicht unbetr\u00e4chtliche finanzielle Mittel opferte. Aufschlu\u00df dar\u00fcber geben etwa die Briefe an den Maler Edward von Steinle, den Kolping f\u00fcr die Mitarbeit an diesem Werk hatte gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Sommer 1862 ging Kolpings langgehegter Wunsch in Erf\u00fcllung, dem Heiligen Vater in Rom pers\u00f6nlich \u00fcber Lage und Entwicklung des Gesellenvereins Bericht zu erstatten und von ihm den Segen f\u00fcr das Werk zu erbitten. Kolping wurde bei seinem Aufenthalt in Rom &#8211; nachdem er noch unmittelbar vor der Abreise zum p\u00e4pstlichen Geheimk\u00e4mmerer ernannt worden war &#8211; zweimal von Pius IX. in Audienz empfangen, dabei sehr wohlwollend behandelt und zum Abschied mit einem kostbaren Me\u00dfgewand beschenkt. Dies best\u00e4tigte die bereits bei fr\u00fcheren Anl\u00e4ssen deutlich gewordene Tatsache, da\u00df sich Kolpings Werk &#8211; in dieser Zeit ja ein durchaus neuartiges Element im katholischen Raum &#8211; beim Oberhaupt der Kirche doch eines positiven Ansehens erfreuen konnte.<\/p>\n<p>Besondere Ehrung hat Kolping ansonsten zu Lebzeiten nicht erfahren, auch keine besonderen geistlichen W\u00fcrden erlangt, beides allerdings letztlich auch gar nicht angestrebt. Bei seinem immensen Einsatz f\u00fcr seine als Berufung verstandene Aufgabe ging es Kolping niemals um pers\u00f6nliche Ehre oder um einen pers\u00f6nlichen Vorteil; ja, letztlich ging sein Engagement bis hin zu R\u00fccksichtslosigkeit der eigenen Person, dem eigenen Wohlergehen gegen\u00fcber. Man wird sagen d\u00fcrfen, da\u00df Kolpings relativ fr\u00fcher Tod im 53. Lebensjahr mit die Folge seines rastlosen Wirkens war, zumal da er ohnehin nie \u00fcber eine besonders robuste Konstitution verf\u00fcgt hatte, sich dennoch aber im Jahr h\u00f6chstens einige Wochen der Erholung im Seebad Ostende geg\u00f6nnt hatte, zu der er meist noch vom Arzt f\u00f6rmlich hatte gezwungen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Kolping wurde nach seinem im ganzen katholischen Deutschland und dar\u00fcber hinaus mit Best\u00fcrzung zur Kenntnis genommen Tod am 4. Dezember 1865 &#8211; nur wenige Wochen nach der Einweihung des neuen K\u00f6lner Hospitiums, bei der er zum letzten Male \u00f6ffentlich aufgetreten war &#8211; zun\u00e4chst auf dem K\u00f6lner Melatenfriedhof begraben. Nach Einholung der erforderlichen Genehmigungen erfolgte dann, seinem eigenen Wunsche gem\u00e4\u00df, im April 1866 die \u00dcberf\u00fchrung und endg\u00fcltige Beisetzung in der Minoritenkirche, in &#8222;seiner&#8220; Kirche also, die ja auch heute noch sein Grab beherbergt, das inzwischen zu einer von Hunderttausenden besuchten Gedenkst\u00e4tte geworden ist. Die urspr\u00fcngliche &#8211; im Zusammenhang mit der 1991 erfolgten Seligsprechung Kolpings entfernte &#8211; Grabplatte tr\u00e4gt die von Adolph Kolping selbst vorgesehene schlichte Inschrift: Hier ruhet Adolph Kolping. Er bittet um das Almosen des Gebetes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kindheit und Jugend in Kerpen &#8211; Zeitverh\u00e4ltnisse Am 8. Dezember 1813 wurde Adolph Kolping in Kerpen, einer Kleinstadt in der N\u00e4he K\u00f6lns, geboren. 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